Kurzantwort: Angehörige können bei Google beantragen, das Konto eines verstorbenen Menschen schließen zu lassen oder unter bestimmten Umständen Zugriff auf Inhalte zu erhalten. Google gibt keine Passwörter heraus und prüft jede Anfrage. Für die eigene Vorsorge gibt es den Kontoinaktivität-Manager.
Der Manager reagiert auf eine festgelegte Zeit ohne erkannte Aktivität, nicht auf einen bestätigten Todesfall. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Schritte für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Kontoinaktivität-Manager einrichten
Öffne den Google-Kontoinaktivität-Manager und lies die offizielle Google-Anleitung.
Vertrauenspersonen und Daten wählen
Lege fest, nach welcher Zeit ohne erkannte Aktivität der Ablauf starten soll. Google erlaubt bis zu zehn Kontakte. Wähle Personen, denen du vertraust, und prüfe, welche Datentypen sie erhalten sollen. Nicht alle Informationen können geteilt werden. Halte Telefonnummer und Wiederherstellungsadresse aktuell. Entscheide bewusst, ob das Konto später gelöscht werden soll.
Wenn die Person bereits verstorben ist
Nutze Googles offizielles Verfahren für das Konto eines verstorbenen Nutzers. Lege fest, ob du das Konto schließen oder Inhalte beantragen möchtest. Halte die Gmail-Adresse bereit und bereite mögliche Nachweise vor, etwa Sterbeurkunde, Identitätsnachweis und Dokumente zu deiner Stellung als Erbe oder bevollmächtigte Person. Google entscheidet, welche Unterlagen im konkreten Verfahren nötig sind. Eine Freigabe ist nicht garantiert; Passwörter und Anmeldedaten werden nicht herausgegeben.
Inaktive Konten und Länderunterschiede
Nach Googles Richtlinie für inaktive Konten kann ein persönliches Konto samt Daten gelöscht werden, wenn es mindestens zwei Jahre nicht genutzt wurde. Es gibt Ausnahmen; verlasse dich nicht auf dauerhafte Speicherung.
- Deutschland: § 1922 BGB regelt den Übergang der Erbschaft als Ganzes.
- Österreich: § 531 ABGB beschreibt die Verlassenschaft, soweit Rechte und Pflichten nicht höchstpersönlich sind.
- Schweiz: Art. 560 ZGB regelt den Erwerb der Erbschaft, vorbehaltlich gesetzlicher Ausnahmen.
Die erbrechtliche Stellung und Googles Nachweisverfahren sind zwei unterschiedliche Fragen. Bei grenzüberschreitenden Familien kann die Zuständigkeit komplexer sein. Dieser Artikel ist Orientierung und keine individuelle Rechtsberatung.
Checkliste und weiterführende Hilfe
- ☐ Gmail-Adresse und Google-Dienste dokumentiert
- ☐ Vertrauenskontakte und Datenfreigabe bewusst gewählt
- ☐ Wiederherstellungsdaten aktuell
- ☐ Wichtige Fotos und Dokumente bedacht
- ☐ Bei Todesfall das offizielle Google-Verfahren genutzt
Nutze unsere Dokumentation zum digitalen Nachlass, die Checklisten und Vorlagen oder das Komplettpaket mit Checkliste und Vollmachtsvorlage, um Konten und Zuständigkeiten zu erfassen. Die Vorlagen ersetzen keine Prüfung der geltenden Formvorschriften.
Häufige Fragen
Kann Google Angehörigen das Passwort geben?
Nein. Google gibt keine Anmeldedaten heraus, kann aber unter bestimmten Umständen nach Prüfung Inhalte freigeben oder das Konto schließen.
Erhalten Vertrauenskontakte das ganze Gmail-Postfach?
Nicht automatisch. Du wählst aus den verfügbaren Datentypen; bestimmte Informationen sind ausgeschlossen.
Fazit: Wer noch selbst entscheiden kann, sollte den Kontoinaktivität-Manager prüfen. Ist ein Todesfall bereits eingetreten, ist Googles offizielles Anfrageverfahren der sichere erste Schritt.
